Kurz vor dem Weihnachtsfest hatten wir eine Antwort. Danke Markus Hennig!
Aus dem SPIEGEL Artikel, 29.09.2016 
"Das ist typisch fürs Mobben: Die Menschenjäger legitimieren ihr Tun, sie geben sich als Landschaftspfleger. [...]
Der Naturforscher Konrad Lorenz war es, der den Begriff "Mobbing" prägte: Er galt Gänsen, die sich auf einen Fuchs gestürzt hatten. In den Achtzigerjahren übertrug der Psychologe Heinz Leymann den Begriff aufs Berufsleben. "Mobbing" brachte es auch sprachlich auf den Punkt. "To mob" heißt im Englischen "über jemanden herfallen". Das Hauptwort "Mob" steht für "Pöbel", "Horde", "Schar". Und wenn der Engländer "the Mob" großschreibt, ist damit die Mafia gemeint. [...]
Wer nicht eingreift, spornt die Täter an
Als "unbequem" gilt, wer vom Rest abweicht: wer engagierter ist oder erfolgreicher, schöner oder weiblicher, kritischer oder nachdenklicher.
Vorgesetzter [...] verhält sich wie ein Fußballschiedsrichter, der jedes Foul einer bestimmten Mannschaft durchgehen lässt, jeden Tritt, jeden Schlag, jede Attacke. Das Spiel wird immer brutaler. Würde der Chef sofort dazwischengehen: Das Mobbing würde im Keim erstickt. Wer als Führungskraft nicht eingreift, spornt die Täter an. Der zweite Akt im Drehbuch heißt: "Das Kaninchen wird verleumdet."
Hat Deutschland ein Mobbing-Problem? Absolut. Aber das Problem sind nicht die einzelnen Mobber, sondern Firmenstrukturen, die ein Mobbing zulassen, [...], die dabei zusehen, und ein Gesetzgeber, der eine unzumutbare Beweislast aufbürdet.
Wir brauchen eine Arbeitswelt, in der Menschen wieder miteinander arbeiten, statt sich heimlich zu bekämpfen. Mobbing schadet den Firmen, denn es lähmt Arbeitskräfte. Mobbing schafft ein Klima der Angst, denn die Jäger von heute wissen, dass sie die Gejagten von morgen sein können. Mobbing ist ein Verbrechen, nicht harmloses Jagdvergnügen. Menschen sind keine Kaninchen. Wer sie am Arbeitsplatz mit der Verbalflinte jagt, macht sich zum Seelenmörder. [...]"

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