In der Luisen-Kirchengemeinde nimmt man es mit Fakten und Fristen nicht so genau. Im Rahmen des in Berlin eingeführten Mietendeckels wurde zwar fristgemäß ein Informationsschreiben abgesetzt, jedoch gaben das Baujahr bzw. die erstmalige Bezugsfertigkeit zweifelnden Anlass einmal genauer nachzuhaken.
Die Aufgabe: Weisen Sie bitte innerhalb der nächsten 14 Tage auf elektronischem Wege das Baujahr der Immobilie nach. 
Die Reaktion: Im für die Gemeinde ungewöhnlichen Affenzahn kommt 48 Stunden später ein hochfloriger Brief an, dessen Annahme jedoch verweigert wird. 
Noch einmal die Aufgabe: Weisen Sie bitte innerhalb der nächsten 14 Tage auf elektronischem Wege das Baujahr der Immobilie nach. 
Die erste Frist (02.09.2020) zur Erfüllung der Aufgabe verstreicht ohne Ergebnis. Die zweite Frist (14.09.2020) zur Erfüllung der Aufgabe verstreicht ohne Ergebnis. Als zuverlässiges Individuum darf man in diesem Kontext auf die Idee kommen und à la Friedrich Merz ergebnisoffen in die Luft fragen, ob das Arroganz oder Geistliche Verspottung ist. Noch dezidierter: ob das noch Arroganz oder schon Geistliche Verspottung ist.
Indes hat der Eigentümerverband Haus und Stunk anwendbare Praktiken und Handlungsempfehlungen darüber entwickelt, wie Eigentümer Mietern und Menschen gegenüber treten sollten, wenn diese sich im Rahmen der z.B. Mietpreisbremse für Fakten interessieren. Die allerneuesten Kompetenzmethoden sehen folgendes vor (Zitat DIE ZEIT): "Der Eigentümerverband Haus und Grund hat Ideen, wie Vermieter die Gegenseite auflaufen lassen können, sollten sie Post von wenigermiete.de bekommen. Zum Beispiel die Vollmacht anzweifeln, die sich das Startup von seinen Kunden, den Mietern ausstellen lässt, möglichst wenige Auskünfte erteilen, keine schriftlichen Belege über die Höhe der Vormiete rausrücken, Fristsetzungen ignorieren."
Im hiesigen Fall spielt der Anbieter wenigermiete.de zwar keine Rolle, die soeben besprochenen Methoden sind jedoch identisch. 
Die Pinocchio-Gemeinde, die sich dem Anschein nach für besonders ausgeklügelt und geläutert hält, verjüngt das Gebäude um mehr als zwei Dekaden und geht davon aus, dass es niemandem auffällt. 
Archivalien, die uns heimlich still und leise von einer erbverwandten Stelle im Gemeindekirchenrat (Blutslinie sozusagen) zugeworfen wurden, identifizieren den begabten Zimmermannsmeister Wilhelm Gebhardt als Errichter des ehemaligen Siedlungshauses, das mit der im Jahr 1868 eingeweihten und durch R. Zeitler errichteten Kapelle zu einer Einheit verschmolzen wurde. Über das genaue Baujahr halten wir uns selbstverständlich noch bedeckt ;-)

Was die Gemeinde aber unbeirrt predigt:
Eigentlich ein guter Vorsatz, liebste Frau Ellmann, nur nicht für jedermann/jederfrau, oder?

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