Mobbing ist gekennzeichnet durch Macht und Ohnmacht sowie durch Willkür dessen, der seine Macht missbraucht. Mobbing entsteht in einem schleichenden Prozess. Meistens beginnt alles mit einem ganz konkreten ungelösten Konflikt. Auch Frust, Neid, Aggression und der Wunsch nach Aufwertung der eigenen Person bieten den perfekten Nährboden für diese Form von Gewalt. Ja, Mobbing ist psychische Gewalt, die kaum sichtbare, aber dennoch gravierende Verletzungen beim Opfer hinterlassen kann. Es geht hier nicht mehr nur um vereinzelte Lästereien, Hänseleien und Beleidigungen, sondern um ganz gezielte und systematische Angriffe über einen längeren Zeitraum.
Der Begriff ist aus dem Englischen („to mob“) entlehnt und bedeutet so viel wie anpöbeln oder schikanieren. Laut Definition weist Mobbing folgende Merkmale auf:
- diskriminierende und schikanöse, auf jeden Fall feindselige Handlungen einzelner Personen oder einer Gruppe // gegenüber Einzelnen oder einer Gruppe // die über einen längeren Zeitraum wiederholt werden und // darauf abzielen, das bzw. die Opfer in ihrem Ansehen zu schädigen oder ihnen anderweitig Schaden zuzufügen //und um gegebenenfalls persönliche Interessen durchzusetzen
Diese Art von Gewalt ist dadurch gekennzeichnet, dass sich das Opfer aufgrund eines Stärkeungleichgewichts kaum wehren kann. Die betreffende Person fühlt sich ohnmächtig und ausgegrenzt. Der Täter hingegen fühlt sich stark und glaubt, Macht über sein Mobbing-Opfer zu haben. Mobbing endet nicht von allein. Der Täter wird sein Opfer so lange mobben, wie andere Personen nicht frühzeitig eingreifen bzw. solange sie sein Verhalten dulden oder gar tolerieren. Das kann so weit gehen, dass der Täter seine Umgebung davon überzeugt, dass seine Angriffe gerechtfertigt sind.
Mobbing ist kein Spaß, wie es viele Täter gern behaupten, um ihr Handeln zu verharmlosen. Es ist auch kein Kavaliersdelikt, andere Menschen systematisch zu quälen, zu drangsalieren und zu schikanieren, sondern eine sehr ernstzunehmende Form der Gewalt und als solche mitunter auch strafbar.
Quelle: koerperverletzung.com

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